Mercedes-Benz

Ein Hauch von Sonne und Meer.

27. Juni 2018

Sabine Engelhardt entwickelt für Mercedes-Benz exklusive Pkw-Raumdüfte. Dabei ist sie gar keine Parfümeurin, sondern gelernte Bibliothekarin. „Das passt sehr gut. Geschichten spielen für unsere Sensorik eine entscheidende Rolle“, so Engelhardt. Wir haben mit ihr über den Geruch der Straße und den Duft von Sonne, Strand und Meer gesprochen.

Wenn man Sabine Engelhardt fragt, wie es in Berlin riecht, kommt die Antwort prompt: „Nach Lindenblüten. Zumindest im Frühjahr und Sommer.“ Die allermeisten Menschen empfänden das als sehr angenehm, dezent und herrlich unaufgeregt. „Mit diesem Geruch in der Nase fühlt man sich einfach wohl. Und genau darum geht es beim Thema Raumduft“, erläutert die Duftdesignerin. Darin liegt aus ihrer Sicht auch schon der große Unterschied zum Körperparfüm.

Das Mercedes-Benz AIR-BALANCE System besteht aus einem Bedufter und den Flakons.

Perfekter Duft fürs Fahrzeug.

Beim Parfüm wechseln die Gerüche viel häufiger, das liegt an den schnelllebigen Trends. „Raumduft ist im Vergleich dazu eindimensional, klarer und weniger verspielt. Wenn man einmal seine Sorte gefunden hat, bleibt man viele Jahre bei diesem Duft. Man riecht ihn gerne. Wenn man ihn wahrnimmt, löst das positive Gefühle aus und man ist gleich viel entspannter.“ Wegen dieser Effekte bietet Mercedes-Benz für verschiedene Baureihen das AIR-BALANCE Paket an, das zuerst in der Mercedes-Benz S-Klasse eingeführt wurde. Mittlerweile gibt es acht verschiedene Sorten, die von Engelhardt kreiert und dann aus hochwertigen Substanzen hergestellt werden. Wie das genau funktioniert, erläutert sie im Interview mit dem Mercedes-Benz Kundenmagazin.

Frau Engelhardt, wie entwickeln Sie einen Duft für den Innenraum eines Autos?

Genau wie ein Fahrzeug wird der Duft von uns zusammengebaut. So nennen wir das zumindest. Wir benutzen nur andere Materialien, und zwar Moleküle von ausgewählten Parfümölen.

„Der Parfümeur entwirft fünf bis sechs Geruchsmuster, die seiner Meinung nach zu meiner Geschichte passen.“

Sabine Engelhardt

Moleküle, Parfümöle – hört sich nach jeder Menge Laborarbeit an …

Das ist ein Trugschluss. Meine Arbeit beginnt vielmehr mit einer Idee. Für jeden Duft muss ich zuerst eine eigene Geschichte entwickeln. Dadurch entstehen Bilder, die ich entweder verwerfe oder die sich allmählich verfestigen. Dann weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Das klingt sehr fantasievoll ...

Durchaus. Die Herausforderung beim Parfüm-Design besteht unter anderem darin, Düfte zu beschreiben. Der Geruchssinn ist ein sprachferner Sinn. Parfümeure üben das täglich und es gibt weltweit nur sehr wenige Spezialisten, die das gut können. Ich arbeite dafür mit Marc vom Ende zusammen, er ist ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet. Ihm erzähle ich meine Geschichte und dann beginnt seine Arbeit.

Ein eingespieltes Team: Sabine Engelhardt entwickelt mit Parfümeur Marc vom Ende Raumdüfte für Mercedes-Benz.

Bitte erzählen Sie uns auch eine dieser Geschichten!

Stellen Sie sich folgende Szenerie vor: Sie fahren in einem S-Klasse Cabrio die US-amerikanische Pazifikküste entlang. Das Verdeck ist offen, die Sonne scheint und der Wind trägt vom Ozean eine leichte Brise herüber. Sie schmecken das Salz auf den Lippen, ein Hauch von Sonnencreme liegt in der Luft. Das ist eine Situation, die wahrscheinlich jeder liebt und in der sich jeder wohlfühlt. Man denkt unwillkürlich an Urlaub, an einen Ausflug, an wunderschöne Momente. Und genau das habe ich Marc vom Ende geschildert und dann zusammen mit ihm „Pacific Mood“ entwickelt.

Wonach riecht dieser Duft?

Nach mehreren Facetten – mit dabei sind ein Hauch von Orange und Zitrone, begleitet von einer gewissen Würze und einer Prise Meer.

Und wie genau lief die Entwicklung von „Pacific Mood“ ab?

Der Parfümeur entwirft fünf bis sechs Geruchsmuster, die seiner Meinung nach zu meiner Geschichte passen. Er übersetzt die skizzierten Bilder in Düfte – alle mit derselben Grundstimmung. Das passiert übrigens nicht im Labor, sondern am Computer. Hier kann er mehrere Tausend Ausprägungen kombinieren. Bei den Mustern überprüfe ich dann, ob sie zu meiner Geschichte und zum Auto passen und welche am besten. Am Ende bleibt eine Kombination übrig. Das Ergebnis stimme ich mit unseren Interior-Designern, Ingenieuren und Entwicklern ab. Und dann beginnt die Produktion. Der gesamte Prozess kann schon mal ein Jahr dauern. Ich teste den Duft natürlich auch im Innenraum des Fahrzeugs – denn dazu muss er passen. Das mache ich mehrmals, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Geruchssinn auch von der Tagesform beeinflusst wird.

Die Zukunft der Mobilität.

Mobilität aus weiblicher Sicht. 

Sabine Engelhardt arbeitet in der Forschung der Daimler AG. Die Expertin beschäftig sich unter anderem mit der Frage, wie die Mobilität in Zukunft aussehen kann und welche Rolle der „weibliche Blick“ dabei spielt. Dabei arbeitet Engelhardt eng mit Zukunftsforscher Alexander Mankowskyzusammen.

Zum Wohlfühlen – das Mercedes-Benz Autoduft-Paket.

Fotos: © Daimler AG, Sabine Engelhardt